Jahreskontrolle der Hausapotheke

Eine gut ausgestattete Hausapotheke ermöglicht eine schnelle Hilfe bei akuten gesundheitlichen Beschwerden. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle, welche Arzneimittel vorhanden und wie lange diese noch zu verwenden sind, wichtig.

25.11.2019 (verpd) Bei vielen gesundheitlichen Beschwerden wie Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen, Durchfall oder kleineren Verletzungen ist eine schnelle Hilfe durch die passenden Arznei- und Verbandsmittel aus dem heimischen Medizinschrank möglich. Daher ist es wichtig, Medikamente für gängige oder häufig auftretende Leiden zu Hause zu haben und darauf zu achten, dass diese nicht über dem Verfallsdatum liegen.

Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) sollte man mindestens einmal im Jahr seine Hausapotheke überprüfen. Dabei gibt es drei Kriterien, die zu beachten sind: nämlich eine sinnvolle Arznei- und Hilfsmittelauswahl, die Kontrolle, inwieweit die vorhandenen Medikamente das jeweilige Haltbarkeitsdatum noch nicht überschritten haben, und die richtige Aufbewahrung der Arzneimittel.

Checkliste, was in die Hausapotheke gehört

Zur Frage, was alles in einen heimischen Medizinschrank gehört, gibt es von der ABDA eine kostenlos herunterladbare Checkliste. Unter anderem werden hier neben diversem Hilfs- und Verbandmaterial wie Wund-, Brand- und Blasenpflaster, Mullbinden, Kühlkompressen, Einmalhandschuhe, Pinzette, Desinfektionsmittel sowie Fieberthermometer, auch Arzneimittel zur Behandlung gängiger Leiden empfohlen.

Dazu zählen zum Beispiel Augentropfen gegen trockene Augen, Wund- und Heilsalben, Arzneimittel gegen Halsschmerzen, Schnupfen, Husten, Lippenherpes, Fieber, Juckreiz, Zahnschmerzen, Durchfall und sonstige Verdauungsbeschwerden. Wer Kinder zu Hause hat, sollte darauf achten, dass die Medikamente wie Nasenspray, Fieber- oder Hustenmittel auch altersgerecht sind. Des Weiteren sind individuell benötigte Medikamente, die man regelmäßig einnimmt, beispielsweise bei vorhandenen Allergien oder chronischen Leiden, in ausreichender Menge zu bevorraten.

Nicht im Badezimmer aufbewahren

Grundsätzlich sind die Hilfs- und Arzneimittel kindersicher und entsprechend der jeweiligen Produktbeschreibung aufzubewahren. Die meisten Medikamente sind bei Zimmertemperatur von unter 25 Grad Celsius sowie trocken und lichtgeschützt zu lagern.

Im Badezimmer sollte beispielsweise wegen der zum Teil hohen Luftfeuchtigkeit keine Hausapotheke stehen. Manche Arzneimittel, unter anderem manche Kapseln, Cremes oder Tropfen, müssen gemäß dem jeweiligen Beipackzettel im Kühlschrank bei zwei bis acht Grad Celsius aufbewahrt werden.

Unbedingt auf die Haltbarkeit achten

Zudem ist es wichtig, dass die vorhandenen Medikamente und Verbandmaterialien ihr individuelles Haltbarkeitsdatum – meist auf der Verpackung und/oder auf dem Beipackzettel ersichtlich – noch nicht überschritten haben. „Ist das Verfallsdatum eines Medikaments überschritten, darf es nicht mehr angewendet werden. Das gilt auch, wenn das Medikament äußerlich einwandfrei erscheint“, betont Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer (BAK).

Zu beachten ist auch, dass laut Beipackzettel bestimmte Arzneimittel wie Augentropfen oder Hustensaft nach dem Öffnen oft nur wenige Tage oder Wochen haltbar sind. Auch Verbandmaterial ist nach dem Haltbarkeitsdatum zu entsorgen, da beispielsweise die Klebekraft von Pflaster oder auch die Sterilität eines Wundverbandes dann nicht mehr gewährleistet sind.

Über den normalen Hausmüll entsorgen

Medikamente sind laut Experten auf keinen Fall über die Toilette oder das Waschbecken zu beseitigen. Sie können in der Regel über den Hausmüll, aber auch über mobile Schadstoffsammelstellen oder Medi-Tonnen auf Recyclinghöfen der jeweiligen Kommunen entsorgt werden. Manche Apotheken nehmen auf freiwilliger Basis auch alte oder abgelaufene Arzneimittel zurück.

Detaillierte Ausführungen, wie Medikamente regional zu entsorgen sind, enthält das Webportal www.arzneimittelentsorgung.de der Dechema Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V., das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Mehr Informationen zum Thema „Arzneimittel richtig aufbewahren und entsorgen“ enthält der Webauftritt des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG).