Wie Einkommen und Arbeit das Sterberisiko beeinflussen

Es gibt zahlreiche Kriterien, vom Einkommen, der Erwerbstätigkeit bis hin zum Geschlecht, die das Risiko des Einzelnen früher zu sterben als andere, um bis zum Achtfachen erhöhen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie.

4.11.2019 (verpd) Arbeitslosigkeit und geringes Einkommen erhöhen das Sterberisiko am stärksten, auch Bildung, Geschlecht und Region spielen eine Rolle. Diese und andere Zusammenhänge zum Sterberisiko hat das Max-Planck-Institut für Demografische Forschung herausgefunden.

Die Forscher des Max-Planck-Instituts für Demografische Forschung (MPIDR) haben nach eigenen Angaben „zum ersten Mal belastbar berechnet“, wie stark das Sterblichkeitsrisiko bei den Arbeitnehmern hierzulande von Bildung, Einkommen oder Beschäftigungsstatus, aber auch vom Geschlecht abhängt. Die entsprechende Studie basiert auf einem anonymisierten Datensatz der Deutschen Rentenversicherung (DRV), der die Daten von 42.000 Todesfällen in 2013 sowie mehrerer Millionen rentenversicherter Arbeitnehmer, die 2013 zwischen 30 und 59 Jahre alt waren, enthält.

Ein Kernergebnis ist: Wer keine Arbeit und kein Geld hat und auch noch wenig gebildet ist, stirbt schneller, im Osten eher als im Westen. Allerdings gibt es auch geschlechterspezifische Unterschiede zwischen den einzelnen Kriterien, die das Sterberisiko beeinflussen.

Einkommen ist bei Männer ein wichtigstes Kriterium

Arbeitslosigkeit verdoppelt dieser Studie zufolge das Sterberisiko. Noch gewichtiger für das Sterberisiko sei das Einkommen, vor allem für die Männer. „Die Sterblichkeit des am schlechtesten verdienenden Fünftels lag um 150 Prozent über dem des am besten verdienenden Fünftels“, so das MPIDR.

Die Bildung spiele im Vergleich dazu eine geringere Rolle. Sie erhöhe das Sterberisiko für Männer nur um etwa 30 Prozent. „Bei den Frauen sind die Unterschiede vor allem beim Einkommen weniger stark ausgeprägt. Arbeitslosigkeit und Bildung wiegen gleich schwer wie bei den Männern“, wie das MPIDR betont.

Um die Sterberisiken vergleichbar zu machen, haben die Forscher den Einfluss des Alters herausgerechnet. Daher spiele es für die Ergebnisse der Studie keine Rolle, dass Arbeitslose im Durchschnitt älter sind als Menschen im Job. Die Altersgruppen aller Bevölkerungsgruppen wurden für diese Studie so angeglichen, dass alle die gleiche Zusammensetzung hatten, betonen die Forscher.

Wohnregion spielt kaum eine Rolle beim Sterberisiko

Einen verschwindend geringen Einfluss auf das Sterberisiko habe die Wohnregion. Zwar sei das Sterberisiko im Osten für die Männer um ein Viertel höher als im Westen, doch rechne man die Einflüsse von Arbeitslosigkeit, Bildung, Einkommen und Nationalität heraus, zeige sich dieser Unterschied nicht mehr.

Gleichwohl liegt die Sterblichkeit der Männer im Osten deutlich höher als im Westen. Das begründen die Studienautoren mit einem höheren Arbeitslosenanteil, anteilig weniger Gebildeten und Menschen mit geringerem Einkommen. Andere in West und Ost unterschiedliche Faktoren scheinen dagegen keine große Rolle zu spielen. Wie stark der soziökonomische Status – also Einkommen, Arbeitsstatus und Bildung – die Überlebenschancen bestimmt, zeige die am stärksten benachteiligte Gruppe der Männer im Osten.

Rund 14 Prozent zählen hier zur untersten Einkommens- und Bildungsschicht. Im Westen gehören nur elf Prozent zu dieser benachteiligten Gruppe. Personen der untersten Einkommens- und Bildungsschicht haben im Vergleich zur höchsten Einkommens- und Bildungsschicht ein mehr als achtmal so hohes Sterberisiko. „Zumindest für die Männer sind die Sterberisiken im Osten also deutlich ungleicher verteilt als im Westen. Trotzdem beeinflussen auch im Westen Einkommen und Arbeitslosigkeit das Sterberisiko erheblich“, so ein Fazit des MPIDR.

Finanzielle Absicherung der Angehörigen

Doch selbst, wenn alle Kriterien für ein geringes Sterberisiko erfüllt werden, gibt es keine Garantie, dass man nicht doch infolge eines Unfalles oder einer Krankheit noch im Erwerbsalter verstirbt. Damit die Angehörigen wie Ehepartner oder Kinder im Todesfall zumindest finanziell ausreichend abgesichert sind, sollte man daher frühzeitig eine entsprechende Vorsorge treffen.

Wie hoch die eventuelle Absicherungslücke der Angehörigen ohne eine private Vorsorge ist, um ihren bisherigen Lebensstandard problemlos halten können, analysiert auf Wunsch ein Versicherungsexperte unter Zuhilfenahme entsprechender Computerprogramme.

Der Versicherungsfachmann kann zudem passende Lösungen für den spezifischen Bedarf und die persönliche Situation vorschlagen. Je früher man mit einer Hinterbliebenen-Absicherung beginnt, desto niedriger sind die monatlichen Prämien dafür.