Freiwillige Altersvorsorge bevorzugt

Die Verantwortung für die Ruhestandsplanung wollen sich die Bundesbürger nicht aus der Hand nehmen lassen, wie eine aktuelle Umfrage belegt.

9.9.2019 (verpd) Die Mehrheit der Bürger will freiwillig für die Rente vorsorgen und spricht sich gegen eine weitere Verpflichtung vonseiten des Gesetzgebers aus. Das zeigt eine aktuelle Befragung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge.

Die Mehrheit der Bürger will lieber freiwillig für das Alter vorsorgen, um dem Risiko von Altersarmut entgegenzutreten. Eine Pflichtabsicherung für die Rentenaufstockung lehnen viele ab. Bei einer Betriebsrentenpflicht sehen die meisten Bürger nicht die Mitarbeiter, sondern die Arbeitgeber gefordert.

Diese Ergebnisse zeigt der aktuelle Deutschlandtrend des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) auf, der auf einer Onlinebefragung, durchgeführt durch das Marktforschungs-Institut Insa-Consulere GmbH, basiert. Die Umfrage, an der über 2.000 Erwachsene aus ganz Deutschland teilnahmen, fand im August 2019 statt.

Keine weitere Pflichtabsicherung gewünscht

Rund 39 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass die Altersvorsorge in Deutschland nicht vor Altersarmut schützt, weil nicht genügend Erwachsene über eine private Absicherung verfügen. Rund 20 Prozent der Befragten hatte dazu keine Meinung und sechs Prozent wollten sich hierzu nicht äußern.

Aktuell erhält ein sogenannter Standardrentner nur rund 48 Prozent (Rentenniveau) des bisherigen Nettogehaltes als gesetzliche Netto-Altersrente und zwar vor Steuern – also Gehalt und Rente abzüglich der Sozialabgaben, aber ohne Berücksichtigung der zu zahlenden Einkommenssteuer. Als Standardrentner gilt eine Person, die 45 Jahre lang einen Durchschnittsverdienst hatte, wie ihn im Schnitt alle gesetzlich Rentenversicherten hatten, und davon gesetzliche Rentenversicherungs-Beiträge einzahlte. Das Rentenniveau wird voraussichtlich ab 2025 noch geringer werden.

Dies zeigt, dass ohne eine zusätzliche Altersvorsorge eine hohe Einkommenslücke im Rentenalter entsteht. Mit der gesetzlichen Altersrente alleine lässt sich somit der bisherige Lebensstandard in der Regel nicht halten. Dennoch sind 47 Prozent und damit der größte Anteil der Umfrageteilnehmer gegen eine weitere Pflichtabsicherung für das Alter. Sie sind der Ansicht, dass die zusätzliche Altersvorsorge freiwillig bleiben sollte. 30 Prozent stimmten diesem Vorgehen zur Altersabsicherung nicht zu. 17 Prozent hatten dazu keine Meinung.

Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge

Die Mehrheit der Befragten, nämlich 58 Prozent, vertraten zudem den Standpunkt, dass, wenn man eine ergänzende Pflicht zur Altersvorsorge einführen würde, auch Personen einbezogen werden sollten, die nicht sozialversicherungs-pflichtig sind, wie Selbstständige und Beamte. Jeweils 18 Prozent vertraten diese Auffassung nicht oder hatten sich hierzu noch keine Meinung gebildet.

53 Prozent waren zudem der Auffassung, dass eine verpflichtend ergänzende Altersvorsorge von den jeweiligen Arbeitgebern in Form einer Betriebsrente getragen werden sollte. 18 Prozent stimmten dem nicht zu und 22 Prozent hatten dazu keine Meinung. Übrigens hat schon seit 2002 jeder Arbeitnehmer in Deutschland einen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge.

Daneben gibt es auch diverse freiwillige Altersvorsorgelösungen, zum Teil sogar mit staatlicher Förderung, wie die Riester- und Rürup-Rente, um die voraussichtliche Einkommenslücke im Rentenalter zu schließen. Wer genau wissen möchte, wie hoch sein Alterseinkommen voraussichtlich sein wird und welche Altersvorsorge-Varianten für ihn am sinnvollsten sind, kann sich von einem Versicherungsfachmann beraten lassen. Dieser kann unter anderem mit speziellen Computerprogrammen die dafür notwendigen Berechnungen und Analysen durchführen.